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Laufcupfinale bei der Zwiebelmeile

Morgens um neun ist die Griesheimer Welt noch ein bisschen verkatert – zumindest am Sonntag des Zwiebelmarktes. In den Festzelten liegt noch das Gemisch aus Promille und Nikotin in der Luft, manch Tresen liefert mit einer erstaunlichen Sammlung von Gläsern und Leegut Zeugnis eines feucht-fröhlichen Vorabend. Die ersten Spül- und Kehrkommandos sind im Dienste ihrer Vereine im Einsatz. Vor dem Rathaus ist die von Scherben übersäte Straße schon drei Stunden früher mit Kehrmaschinen gereinigt worden.

Jetzt tippelt eine Hundertschaft junger Mädchen zur Musik von Lady Gaga, um sich in der frischen Morgenluft für die vor ihnen liegenden 1000 Meter aufzuwärmen. Punkt neun fällt der erste Startschuss zur 5. Merck-Zwiebelmeile. 3:44 Minuten später steht die erste Siegerin fest. »Am Anfang waren noch zwei andere bei mir, doch die waren mir zu langsam«, sagt Annika Koch. So einfach kann Siegen sein.

Kurze Zeit später erweitern ihre Brüder die familieninterne Trophäensammlung. Olaf Koch legt den zwei Kilometer langen Schülerlauf in 6:52 Minuten zurück, sein Bruder Torben sichert sich 24 Sekunden später den Schüler-B-Sieg. Lucas Braun (6:59) als Gesamtzweiter und Katharina Zöller als schnellste Schülerin (8:06) sorgen für weitere Erfolge für die ausrichtende TuS Griesheim, sie belegen wie ihre Vereinskollegen die in ihrem Hauptfach Triathlon aufgebaute Laufstärke.

Ganz nach dem Vorbild von Sebastian Dehmer, der dies in den ersten 15:37 Minuten des Hauptlaufs eindrucksvoll demonstriert. Allein auf der weiten Wilhelm-Leuschner-Straße läuft er in dieser Zeit die fünf Kilometer. »Das war keine richtig schnelle Zeit, aber in Ordnung«, sagt der Triathlon-Olympiateilnehmer, der sich kurzfristig für den Lauf in der Heimatstadt entschieden hatte. Als Vorbereitung auf einen Zehn-Kilometer-Lauf nächste Woche in Heilbronn. Aber auch ein bisschen als Frustabbau nach der deutschen Triathlon-Meisterschaft in Schliersee, bei der er völlig unterkühlt ausstieg. Dehmer wundert sich manchmal selbst über seine Laufstärke, die er trotz Familie, Beruf und dadurch bedingtem eher geringem Trainingsumfang abrufen kann. Vielleicht wird das Laufen zukünftig sein sportlicher Schwerpunkt. Beflügelt auch vom anstehenden Berufspraktikum in der Schuhentwicklung bei Adidas. Nachdem Dehmer in den Zielkanal abgebogen war, ist Timo Weckmann vom TSV Krofdorf/Gleiberg der einsame Mann an der Spitze. »Ich wäre gerne etwas länger mit Sebastian gelaufen, aber er war einfach zu schnell«, sagt der Gießener, der aber auch die doppelte Distanz zu laufen hatte und dafür 32:43 Minuten braucht.

Der Zehn-Kilometer-Sieger hat es aber noch viel länger vor. Beim Frankfurt-Marathon – 2:30 Stunden nimmt er sich für das Debüt auf der klassischen Distanz vor. Für Markus Fischer ist die Saison dagegen beendet. Der Triathlet vom DSW Darmstadt nutzt die Zwiebelmeile, um sich den Altersklassensieg im Pfungstädter Laufcup zu sichern, der am Sonntag seinen Abschluss fand. Fischer wählte dafür die 15-Kilometer-Distanz, die er in 53:20 Minuten so schnell wie kein anderer beendet. ReginaBlatz vom TV Salmünster ist hier in 1:04:10 Stunden beste Frau. Die gebürtige Pfungstädterin nutzt den flachen Kurs quasi zum Auslaufen nach einem 10-km-Einsatz am Samstag in Hanau, aber auch zur Vorbereitung auf den Marathon Mitte Oktober in Palma de Mallorca.

(Udo Döring - Darmstädter Echo)

 

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